ZKM | Museum für Neue Kunst, 17.09.2011 – 05.02.2012
 

Netzwerke und Systeme. Globalisierung als Thema

In dieser Sektion treten Netzwerke, in denen KünstlerInnen meist verschiedener Nationalitäten miteinander arbeiten, gegen Systeme an, welche neue Machtstrukturen in der globalen Welt aufgerichtet haben. Pinky Show und RYBN, um zwei in dieser Sektion vertretene Künstlergruppen zu nennen, machen es sich jeweils zur Aufgabe, das globale Kräftespiel offenzulegen oder mit Bots die Mechanismen der Börse zu manipulieren. Die Künstlerin Anawana Haloba Hobøl lädt die BesucherInnen mit ihrer Installation über den freien Handel der G8-Staaten, The Greater G8 (GG8) Ad Market (2007), ironisch zur folgenlosen Interaktion ein. Die drei Künstler des Kollektivs Xijing Men rufen in ihrer Arbeit Welcome to Xijing – Xijing Olympics (2008) mit Olympiaflaggen einen fiktiven Künstlerstaat aus. Zynische Spiele wie Tadej Pogačars MonApoly, A Human Trade Game (2004) machen den Betrachter zum Mitspieler in einem abstrakten Planspiel zum Thema Menschenhandel. Die Künstlergruppe Ghana ThinkTank stellt mit ihren Arbeiten jene absurden Lösungen bloß, die von der westlichen Entwicklungshilfe eingefordert werden, wenn sie ihre Partner vor Ort ignoriert oder manipuliert. In solchen Projekten nehmen die KünstlerInnen mit ähnlich subversiven Methoden eine Systemanalyse vor, die nicht selten die Metapher einer Spielhandlung als Maske benutzt. Global ist diese Kunstproduktion insofern, als es ihr Thema ist. Über die Grenzen der heutigen Systeme hinweg fühlen sich KünstlerInnen aufgefordert, als Zeitgenossen kritisch auf die wachsenden Probleme der Globalisierung zu reagieren.